Das Akkordeon ist ein Tasteninstrument, bei dem der Ton mit Hilfe von durchschlagenden Zungen erzeugt wird. Diese gehören zu den ältesten uns bekannten Tonerzeugern. Die Urform ist die in ein Bambusrohr eingeschnittene Stimmzunge, die erstmals im altchinesischen Sheng um 2800 v. Chr. in einem Musikinstrument verwendet wurde.

Beim Akkordeon werden die durchschlagenden Zungen durch komprimierte Saug- und Druckluft zum Schwingen gebracht. Ein Ton kann also nur erklingen, so lange der Luftstrom wirksam ist, d.h. durch Balgbewegung in Verbindung mit dem Öffnen einer Tonklappe.

Die Ton- und Klangqualität sind also vor allem das Ergebnis der Balgführung. Man unterscheidet daher mehrere Spielarten:

Hauchansatz:  Man drückt zuerst eine Taste nieder und zieht dann am Balg.

Fingeransatz: Man spannt den Balg an und drückt eine Taste nieder bzw. man hebt eine Taste auf.

Balgstop: Man hält den Balg an und hebt danach die Taste auf.

Springbalg: Hier handelt es sich um einen mehrfach aufeinanderfolgenden Balgstop.

Schüttelbalg: Man drückt eine Taste nieder und öffnet bzw. schließt den Balg mehrmals.

Das Akkordeon besteht aus einer Bass- oder Begleitseite im linken Kasten und einer verkleinerten Klaviertastatur auf der Melodie- oder Diskantseite im rechten Kasten. Verschiedene Register können zudem einzelne Stimmzungenreihen miteinander verbinden.

 

Seine Verwendung findet das Akkordeon sowohl als Solo- als auch als Orchesterinstrument.

Bei der Verwendung als Soloinstrument unterscheidet man zwei Arten.

a)   Das Standartbassakkordeon: Hier dient die Bassseite vornehmlich als Begleitung. Es wird dabei hauptsächlich in der Volks- und Laienmusik eingesetzt.

b)   Das Melodiebassakkordeon: Ein solches Instrument  hat auf der Bassseite ein zusätzliches Manual, das chromatisch angeordnet ist. Dabei sind bis zu fünf Oktaven spielbar. Im künstlerischen Bereich ist ein solches Instrument unabdingbar. Mit ihm ist es möglich, klassische Werke wie z.B. Bach – Inventionen oder Scaletti – Sonaten zu interpretieren.

Im Orchester wird das Akkordeon in der Regel nur mit der Melodieseite gespielt. Die Begleitung übernehmen Zungenbässe, die elektronisch verstärkt werden.

Die Entwicklung des Akkordeons und der Akkordeonmusik hat dazu geführt, dass dieses Instrument schon seit längerem nicht mehr als reines Volksmusikinstrument angesehen werden kann. Man findet es zunehmend in der Pop- und Jazzszene. Seit geraumer Zeit wird es auch in kammermusikalischer Besetzung immer beliebter.

Das Erlernen des Akkordeonspiels fördert nicht nur die Musikalität, sondern auch die geistige und körperliche Koordinationsfähigkeit. Da es viele Sinne anspricht und die Feinmotorik direkt trainiert, wird dieses Instrument vermehrt für therapeutische Zwecke eingesetzt.

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